Berlin braucht dich!
Diskriminierungskritische Praxis in Personalentwicklung und Berufseinstieg
Dass der öffentliche Dienst Berlins die Vielfalt der Stadt abbilden soll, ist nicht bloß ein Anspruch, sondern gesetzlicher Auftrag: Das Partizipationsgesetz (PartMigG) verpflichtet die Verwaltung auf gleichberechtigte Teilhabe und den Abbau von Benachteiligung. Menschen mit Migrationsgeschichte sind im öffentlichen Dienst bislang deutlich unterrepräsentiert, in der Ausbildung, in der Beschäftigung, auf allen Ebenen. Entschieden wird der Auftrag aber nicht im Gesetzestext, sondern dort, wo sich Teilhabe konkret bemisst: nämlich in der Personalauswahl, der Personalentwicklung, der Berufsorientierung und beim Zugang zu Ausbildung und Beruf.
Häufig wirken Verfahren genau an diesen Stellen diskriminierend. Das bedeutet, sie sind auf eine Norm zugeschnitten, die als neutral gilt, es aber nicht ist, und sortieren nach Kriterien, die mit Eignung nichts zu tun haben. Menschen mit Migrationsgeschichte stoßen auf Auswahlprozesse, in denen Herkunft, Name oder Sprache mehr zählen als ihr Können. Junge Menschen erleben eine Berufsberatung, die sie in vorhandene Berufsbilder einsortiert, statt von ihnen selbst auszugehen. Das Problem sind nicht sie, sondern die Verfahren und die Haltungen derer, denen sie begegnen. Beides lässt sich ändern.
Daran arbeitet Berlin braucht dich! UP, gestützt auf fast zwanzig Jahre Erfahrung im öffentlichen Dienst und in landeseigenen Betrieben. Das Projekt setzt an beiden Enden an: an den Strukturen der Verwaltung und an den Übergängen der jungen Menschen, die in Ausbildung und Beruf starten. Beide Bewegungen zielen auf dasselbe: dass mehr Menschen mit Migrationsgeschichte in Ausbildung und Beschäftigung in den öffentlichen Dienst kommen, bleiben und sich dort weiterentwickeln können.
Neuigkeiten
Interessenbekundung: Beratung und Begleitung zur…
Projektinhalte
So arbeiten wir
Wir beraten nicht von außen, sondern nehmen die spezifischen organisationalen Arbeitsbedingungen als Ausgangspunkt unserer Beratung. Dabei arbeiten wir mit Organisationen und mit den Menschen, die (junge) Leute in Ausbildung und Beruf begleiten. Für diesen Kreis bieten wir verschiedene Formate, die mehrschrittiges Lernen und Veränderung ermöglichen: von der Begleitung einer Prozessgruppe über die Fortbildungsreihen für Akteur*innen der Berufsorientierung und Ausbildung bis zu Transferveranstaltungen für Multiplikator*innen. Sie laufen über die gesamte Projektlaufzeit nebeneinanderher und greifen ineinander.
- Diversitätsorientierte Organisationsentwicklung: Behörden und landeseigene Betriebe gehen mit uns über sechs bis achtzehn Monate ihre eigenen Verfahren durch. Sie fokussieren sich dabei auf einen Aspekt ihrer Personalarbeit, von der Personalauswahl über Onboarding und Jahresgespräche bis zu den Zugängen zu Fortbildung. Als Komplementärberatung aus Prozessbegleitung und fachlichem Input arbeiten wir an Strategie, Struktur und Kultur zugleich, oft mit dem Schwerpunkt auf Förderplänen nach dem Partizipationsgesetz. Getragen wird das von einer Prozessgruppe im Haus, mandatiert von der Leitung, denn ohne dieses Mandat bleibt es bei Absichtserklärungen.
- Qualifizierung und Begleitung am Berufseinstieg: Wer junge Menschen in Berufsorientierung und Ausbildung begleitet, qualifiziert sich bei uns in mehrteiligen Fortbildungsreihen. Vernetzt und voneinander lernend erkennen die Teilnehmenden strukturelle Barrieren in den eigenen Verfahren und bauen sie ab: in der Ansprache junger Menschen, in der Auswahl geeigneter Praktikumsbetriebe, in einer Eignungsdiagnostik, die das Können erfasst und nicht die Herkunft. Ergänzend unterstützen wir Ausbildungsbetriebe und Beratungsstellen in kürzeren Beratungsprozessen an konkreten Stellen, etwa bei der Weiterentwicklung von Auswahlinstrumenten für Auszubildende oder von Leitfäden für die Berufsberatung. Migrationsgesellschaftliche Kompetenz wird dabei als Schlüsselkompetenz verankert, nicht als Zusatzthema.
- Vernetzung: In Transferdialogen, Praxis-Labs und Fachforen kommen Akteur*innen aus Verwaltung, Betrieben und Berufsorientierung zusammen und entwickeln gemeinsam Lösungen, die andere übernehmen können. So bleiben Erfahrung und Wissen nicht in einem Haus, sondern werden geteilt.
- Policy-orientierte Fachberatung: Was sich in den Behörden zeigt, bringen wir dorthin zurück, wo die Rahmenbedingungen entstehen. Wir arbeiten eng mit der Fachstelle PartMigG zusammen und beraten sie aus unserer Praxis, etwa bei Rundschreiben zum Gesetz, bei Mitarbeitendenbefragungen oder bei der Verzahnung mit anderen Programmen des Landes.
So wirkt Berlin braucht dich! UP nicht nur in einzelnen Häusern, sondern an den Strukturen, die für alle gelten.
Veröffentlichungen

Berufsorientierung und -beratung diskriminierungskrit…

Diskriminierungskritische Fortbildungsreihen in der M…

Migrationsgesellschaftlich kompetent im Arbeitsalltag:

Migrationsgesellschaftliche Kompetenz

Diskriminierungskritische Berufsorientierung und-bera…

Perspektivwechsel in der Berufsorientierung und -bera…
Was uns auszeichnet
- Strukturen statt Einzelfälle: Wir setzen an Verfahren und Routinen an, nicht an einzelnen Entscheidungen.
- Erprobt und ausgezeichnet: Unsere Ansätze funktionieren im Arbeitsalltag. Berlin braucht dich! trägt das PHINEO-Wirkungssiegel.
- Nah am Gesetz. Wir übersetzen das Partizipationsgesetz in konkrete Personal- und Ausbildungsarbeit, dort wo sich Teilhabe entscheidet.
- Verständlich und praxisnah: Wir entwickeln Werkzeuge, die im Arbeitsalltag funktionieren.
- Zusammenführend: Wir bringen Akteur*innen an einen Tisch, die sonst nebeneinanderher arbeiten: aus Verwaltung, Betrieben, der Berufsorientierung.
Für wen ist das Projekt relevant?
Berlin braucht dich! UP richtet sich an Behörden, landeseigene Betriebe und Organisationen der Berufsorientierung im Land Berlin: an Leitungs- und Schlüsselpersonen, an Verantwortliche in Personalauswahl und -entwicklung, an Ausbildungsleitungen und an alle, die junge Menschen mit Migrationsgeschichte auf dem Weg in den Beruf begleiten. Wer die eigenen Strukturen diskriminierungskritisch weiterentwickeln will, findet hier Beratung, Qualifizierung und ein Netzwerk, das trägt.
PHINEO-Wirkt-Siegel
Berlin braucht dich! NEO – das Projekt in der letzten Förderphase – wurde mit dem PHINEO-Wirkt-Siegel ausgezeichnet. Das belegt: BQN – Zentrum für Diversitätskompetenz setzt eines der wirkungsvollsten Projekte in Deutschland im Bereich Antidiskriminierung um. Unsere Fortbildungen und Beratungen führen zu nachhaltigen Veränderungen. Sie erzielen messbare Effekte, wie den Kompetenzzuwachs der Zielgruppen im Bereich Diversität.

Projektteam







Das Projekt „Berlin braucht dich! UP – Diskriminierungskritische Praxis in Personalentwicklung und Berufseinstieg“ wird im Rahmen des Europäischen Sozialfonds Plus durch die Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung aus Mitteln der Europäischen Union und des Landes Berlin gefördert.
