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Diskriminierungskritische Fortbildungsreihen in der Migrationsgesellschaft

Die gesellschaftlichen Debatten über Migration werden häufig so geführt, als stünde Migration selbst im Zentrum des Konflikts. Tatsächlich verweisen sie auf tieferliegende Auseinandersetzungen um Gleichheit, Zugehörigkeit, politische Teilhabe und die Frage, wer als vollwertiges Mitglied der Gesellschaft anerkannt wird. Diskriminierungskritische Fortbildungsangebote sind deshalb kein Nischenthema. Sie unterstützen Organisationen dabei, das demokratische Versprechen von Gleichheit im institutionellen Alltag einzulösen.

Doch wie lässt sich feststellen, ob solche Prozesse tatsächlich gelingen? Wie können Organisationen erkennen, ob diskriminierungskritische Fortbildungen mehr bewirken als kurzfristige Sensibilisierung und tatsächlich dazu beitragen, Routinen, Entscheidungsprozesse und institutionelle Praktiken zu verändern? Und woran zeigt sich Wirkung, wenn das Ziel nicht allein Wissensvermittlung ist, sondern der Abbau von Diskriminierungsrisiken, die Erweiterung von Teilhabechancen und die Stärkung diskriminierungskritischer Handlungskompetenz?

Der vorliegende Bericht geht diesen Fragen anhand der Evaluation zweier diskriminierungskritischer Fortbildungsreihen nach: der Fortbildungsreihe zur diskriminierungskritischen Berufsorientierung sowie der Fortbildungsreihe zum Aus- und Aufbau migrationsgesellschaftlicher Kompetenz für Führungskräfte im Bezirksamt Reinickendorf. Beide Fortbildungsreihen wurden im Rahmen des Projekts “Berlin braucht dich!” konzipiert und durchgeführt.

Dabei interessiert uns nicht nur, welche Kompetenzentwicklungen bei den Teilnehmenden sichtbar werden. Der Bericht fragt auch, welche institutionellen Bedingungen notwendig sind, damit Fortbildungen nachhaltige Wirkung entfalten können, und welche Konsequenzen sich daraus für Organisationen, Förderstrukturen und die Umsetzung von PartMigG und LADG ergeben.

Die Evaluation verbindet qualitative und quantitative Methoden und versteht Wirkung nicht allein als Frage von Kennzahlen. Im Mittelpunkt stehen Lernprozesse, Transferleistungen, organisationale Rahmenbedingungen und die Frage, wie diskriminierungskritische Praxis langfristig verankert werden kann.

Der Bericht zeigt:

  • welche Wirkungen diskriminierungskritische Fortbildungen auf Wissen, Haltung und Handlung entfalten können,
  • welche Grenzen kurzfristige Wirkungsmessungen haben,
  • warum organisationale Unterstützung entscheidend für nachhaltigen Transfer ist,
  • welche Rolle Irritation, Widerstand und Unsicherheit in diskriminierungskritischen Lernprozessen spielen,
  • und welche Schlussfolgerungen sich daraus für Evaluation, Organisationsentwicklung und Politik ableiten lassen.

Der Bericht versteht sich damit nicht nur als Evaluation zweier Fortbildungsreihen. Er ist zugleich ein Beitrag zur Frage, wie Wirkung in diskriminierungskritischen Kontexten verstanden, gemessen und politisch verantwortet werden kann.