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Schlagwort: Neuigkeiten

Von der Haltung zur Handlung: Die DOKE Kompetenz-Werkstatt als Impuls für Veränderung von Dienstleistungen in der Berliner Verwaltung

Mit dem erfolgreichen Abschluss der ersten Kompetenz-Werkstatt der Fachstelle DOKE endet ein intensiver Lern- und Entwicklungsprozess sowohl für die Teilnehmenden als auch für die Berliner Verwaltung. Über mehrere Monate hinweg trafen sich Mitarbeitende aus verschiedenen Behörden, um gemeinsam an diskriminierungskritischen und diversitätsorientierten Verwaltungsleistungen zu arbeiten. Das Ergebnis: neue Perspektiven, konkrete Veränderungsvorhaben und ein starkes Netzwerk engagierter Diversity-Multiplikator*innen.

Ein Raum zum Lernen, Üben und Vertrauen

Schon bei den ersten Modulen war spürbar: Diese Werkstatt war kein gewöhnliches Weiterbildungsformat. Die Atmosphäre war geprägt von Wertschätzung, Offenheit und Lernbereitschaft.

Trainer*innen und Teilnehmende beschrieben den Raum als einen geschützten Ort, in dem auch herausfordernde Themen Platz hatten. Diese Haltung zog sich durch die gesamte Weiterbildung: Wissen, Haltung und Handlungskompetenz wurden miteinander verwoben. Die Teilnehmenden reflektierten ihre eigene Rolle, Positioniertheit und Macht und entwickelten konkrete Projekte, mit denen sie Veränderung in ihren Verwaltungen anstoßen wollen.

Eine Trainerin fasste es so zusammen: „Die Teilnehmenden sind toll – sie haben’s einfach verstanden!“

Lernen durch Erfahrung: Von der Theorie in die Praxis

In zwölf intensiven Weiterbildungstagen – verteilt auf vier Module – beschäftigten sich die Teilnehmenden mit den Grundlagen von Diversitätsorientierung, Methoden der Organisationsentwicklung, der Zusammenarbeit mit Communities und dem Transfer in ihre eigene Verwaltungspraxis.

Besonders wichtig war der Theorie-Praxis-Transfer: Wie lässt sich das Gelernte in den Arbeitsalltag einbringen? Welche Veränderungsvorhaben sind realistisch – und für wen bringen sie tatsächlich einen Mehrwert?

Viele erlebten dabei echte Aha-Momente. „Ich schätze diese Weiterbildung sehr, weil sie mein Selbstbewusstsein stärkt und ich den Mut habe, Dinge zu benennen und anzusprechen“, sagte eine teilnehmende Person aus einer Bezirksverwaltung in der Reflexionsrunde. Andere betonten, wie wichtig es sei, eigene Wissenslücken anzuerkennen und Expert*innen außerhalb der Verwaltung einzubeziehen.

Die Begegnung mit zivilgesellschaftlichen Organisationen (ZGOs) führte zu tiefen Einsichten: in gewachsene Vertrauensbrüche, aber auch in das Potenzial einer echten Zusammenarbeit. Es wurde deutlich, wie viel schon durch vermeintliche Beteiligung an Vertrauen zerstört werden kann – und dass es nicht nur um Einbeziehung von ZGOs, sondern auch um Anerkennung und Honorierung von Wissen geht.

Herausforderungen als Teil des Prozesses

Die Auseinandersetzung mit den eigenen Privilegien, die Diskussion über Diskriminierungserfahrungen in und mit der Verwaltung – all das war nicht immer leicht. Doch gerade diese Reibungspunkte machten den Lernprozess so wertvoll.

Manchmal war das Programm dicht, manchmal riefen die Perspektiven aus der Zivilgesellschaft Irritation hervor. Doch genau darin zeigte sich die Stärke des Formats: Es hielt den Raum, auch wenn es unbequem wurde.

Eine Trainerin erinnerte sich: „Es war bewegend zu sehen, wie sehr sich die Gruppe auf den Prozess eingelassen hat. Es gab so viel Vertrauen – auch darin, dass wir als Team die richtigen Methoden mitbringen und die Räume halten.“

Verwaltung gestalten – statt nur verwalten

Rückblickend zeigt die Kompetenz-Werkstatt, was möglich ist, wenn Verwaltung Lernprozesse ernst nimmt. Die Teilnehmenden haben nicht nur neues Wissen erworben, sondern auch begonnen, die eigene Rolle als gestaltende Kraft innerhalb der Verwaltung zu verstehen.

Im Mittelpunkt stand dabei immer wieder die Frage: Für wen entsteht durch mein Veränderungsvorhaben mehr Zugänglichkeit, Teilhabe oder Gerechtigkeit? Diese Perspektive verschiebt den Fokus hin zu den Menschen, für die Verwaltungsarbeit gemacht ist.

So wurde die Werkstatt zu einem Labor für neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Behörden, Zivilgesellschaft und der Stadtgesellschaft insgesamt.

Eine Weiterbildung mit Zukunft

Die Kompetenz-Werkstatt hat zunächst als ein einmaliges Weiterbildungsangebot der Fachstelle DOKE gestartet. Inzwischen hat sie gezeigt, welches Potenzial in ihr steckt. Denn: Verwaltung lernt durch Erfahrung, Austausch und Haltung.

Oder, wie es eine Teilnehmende formulierte: „Ich dachte, ich hätte eine Aufgabe in meinem Profil, die eigentlich leer war. Jetzt weiß ich: Ich kann sie selbst mit Inhalt füllen.“

Die DOKE Kompetenz-Werkstatt hat gezeigt, dass Veränderung möglich ist, wenn Menschen sich auf den Prozess einlassen, gemeinsam reflektieren und Verantwortung übernehmen.

Verwaltung im Lernprozess: Räume für diskriminierungskritische Praxis schaffen

Am 25. Juni 2025 kamen auf der Veranstaltung „Diskriminierungskritische Verwaltung Jetzt! Haltung zeigen – Praxis stärken – Veränderung gestalten” Menschen aus Verwaltung, Politik und Zivilgesellschaft zusammen. Im Mittelpunkt standen Fragen nach Verantwortung, Lernprozessen und den Herausforderungen organisationaler Transformation.

Die Atmosphäre beim Ankommen war bereits von Wertschätzung geprägt. In musikalischer Begleitung von Toshín entstand ein offener Raum für Kennenlernen, Austausch und Reflexion – sowohl fachlich als auch emotional. Viele Teilnehmende äußerten im Nachgang, wie sehr sie den musikalischen Auftakt, als Einladung, sich auf den Tag mit all seinen Themen einzulassen, als Brücke zwischen Kopf und Gefühl, schätzten.

Den inhaltlichen Rahmen setzte die Senatorin für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung, Cansel Kızıltepe:

Wenn der Gegenwind stärker wird, muss die Verwaltung Haltung zeigen und den Zusammenhalt verteidigen. […] Verwalten bedeutet gestalten. […] Demokratie bedeutet Haltung zeigen, besonders wenn Hass lauter wird.

Die Diskussionen des Tages bewegten sich zwischen verschiedenen Spannungsfeldern: der Rolle von “Neutralität” in der Verwaltung, organisationalen Veränderungsprozessen und der Frage nach gerechten Zugängen für alle Bürger*innen im Land Berlin. Dabei wurde deutlich: Veränderung darf nicht auf dem Papier stehen bleiben. Sie muss im direkten Kontakt mit Bürger*innen erfahrbar werden.

Diesen Ansatz verfolgt auch die Fachstelle Diversitätsorientierte Organisations- und Kompetenzentwicklung im Land Berlin (Fachstelle DOKE). Ihre Erfahrung zeigt: Verwaltung lernt nicht nur durch Leitlinien, sondern durch kontinuierliche Prozesse, Konflikte und systematische Zusammenarbeit. Lernen bedeutet hier, neue Perspektiven zu integrieren, Machtverhältnisse zu reflektieren und vor allem dranzubleiben!

Lernen, Teilen, Weiterdenken: Verwaltung als gestaltende Kraft

Den inhaltlichen Einstieg des Tages bildete die Präsentation der Weiterentwicklung des Diversity-Landesprogramms Berlin durch Wladlena Olesch und Friederike Talbot (Landesstelle für Gleichbehandlung – gegen Diskriminierung, LADS). Deutlich wurde: Das Diversity-Landesprogramm 2.0 zu diversitygerechten Verwaltungsleistungen zielt darauf, Verwaltungen darin zu unterstützen, ihre Leistungen für Bürger*innen diskriminierungskritisch zu überprüfen und bestehende Barrieren abzubauen.

Anschließend teilten Teilnehmende der DOKE Kompetenz-Werkstatt für Diversity-Multiplikator*innen ihre Praxiserfahrungen. Die DOKE Kompetenz-Werkstatt ist ein innovatives, praxisnahes Weiterbildungsangebot für Mitarbeitende aus öffentlichen Einrichtungen mit dem Ziel , Verwaltungstleistungen diversitätsorientiert und diskriminierungskritisch zu gestalten.

Das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf betonte den Wert des geschützten Lernraums und des verwaltungsübergreifenden Austauschs: „Wir haben verschiedene Methoden der Organisationsentwicklung kennengelernt – z. B. Citizen Journeys –, die ich jetzt in der Praxis anwende.“ Das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg) hob die strukturelle Bedeutung von Multiplikator*innen innerhalb der Verwaltung hervor: „Es gibt kein Anforderungsprofil für Diversity-Multiplikator*innen. Aber wir brauchen diese Rolle. Sie muss verankert werden.“ Die Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt ergänzte: „Diversity-Multiplikator*innen sind für das Thema [Diversitätsorientierung] da. Wir brauchen Räume wie diese Weiterbildung, um gemeinsam zu lernen und dranzubleiben.“

In den „Whispering Insights“ erhielten die Teilnehmenden konkrete Einblicke in Diversity- und Antidiskriminierungsvorhaben von Mitarbeitenden der Berliner sowie Hamburger Verwaltung. Dabei ging es nicht um abgeschlossene Best-Practice-Beispiele, sondern um reale Prozesse, Aushandlungen und auch Unsicherheiten:

  • Das Bezirksamt Lichtenberg berichtete über die aktuelle Arbeit an einer Diversity-Gesamtstrategie. Besonders hervorgehoben wurden die Merkmale des Prozesses: die Beteiligung von Mitarbeitenden aus unterschiedlichen Fachbereichen und Verwaltungsebenen, die Entwicklung einer gemeinsamen Vision als strategische Grundlage sowie der Anspruch, die Strategie praxiswirksam zu implementieren.
  • Aus der Hamburger Verwaltung kam der Beitrag “Von der Antidiskriminierungs-Strategie zur Umsetzung – Einblicke zur Übergangsphase”. Die Strategieentwicklung folgte einem intensiven verwaltungsinternen Abstimmungsprozess. Nun geht es darum, diese Strategie mit ihren sechs Handlungsfeldern umzusetzen. Dafür wurde ein verwaltungsinternes Projekt “Diversynergy” beauftragt. Ein zentrales Ergebnis war, dass Antidiskriminierung als Thema etabliert und besprechbar gemacht worden ist und gezielt allies gewonnen werden konnten – mit erheblicher Außenwirkung. Gleichzeitig wurde das Spannungsfeld geöffnet, wie sehr in Strategieentwicklungsprozessen die konkrete Umsetzung mitgedacht werden kann.
  • Die Berliner Senatsverwaltung für Finanzen stellte ihren Entwicklungsprozess für ein Tool zum AGG-Beschwerdeverfahren vor, das den Ablauf des Verfahrens verständlich darstellen soll. Der Prozess erwies sich als sehr komplex und vielschichtig und erforderte eine detaillierte fachliche Auseinandersetzung. Das Tool soll nach Abschluss des Prozesses auch anderen Behörden zur Verfügung stehen.

Die Beispiele zeigen eindrucksvoll, wie wertvoll die Zusammenarbeit mit externen Partner*innen wie BQN und der Fachstelle DOKE in der Prozessbegleitung ist. Sie verdeutlichen die Vielfalt der Wege zu mehr Diversität und Teilhabe in der Verwaltung sowie die strategische Bedeutung des alltäglichen Verwaltungshandelns für die Umsetzung solcher Vorhaben. Damit dies gelingt, braucht es jedoch klare Mandate und ausreichende Ressourcen.

Verwaltung zwischen Neutralität und demokratischer Verantwortung

Das Panel „Wie politisch darf Verwaltung sein?“ bildete den Abschluss des inhaltlichen Programms. Der Entscheidung, ein Panel mit politischen und fachlichen Stimmen zu diesem Thema durchzuführen, ging eine intensive Diskussion im Organisationsteam der Veranstaltung voraus. In Zeiten rechtspopulistischer Diskursverschiebung, AfD-Wahlerfolgen und Angriffen auf demokratische Institutionen entstanden Unsicherheiten: Ist dies der richtige Moment für eine Diskussion über die politische Rolle der Verwaltung? Dürfen wir das? Müssen wir das sogar? Das Organisationsteam entschied: Ja, gerade weil diese gesellschaftlichen Entwicklungen die Diskussion so dringlich machen.

Das Panel war eine bewusste Positionierung gegen Gleichgültigkeit und Passivität und für eine klare demokratische Haltung. Auf dem Podium diskutierten Elif Eralp (MdA, Die Linke), Orkan Özdemir (MdA, SPD), Sebastian Walter (MdA, Bündnis 90/Die Grüne) gemeinsam mit Dr. Tim Wihl (Universität Erfurt), Eren Ünsal (Leitung der LADS) und Marta Gębala (Geschäftsführung von BQN – Zentrum für Diversitätskompetenz). Die Moderation übernahm Serdar Yazar (Geschäftsführung von BQN – Zentrum für Diversitätskompetenz). Die Diskussion bewegte sich um Verantwortung, Grenzziehungen, Angriffspunkte und die Frage, warum Verwaltung nicht unpolitisch sein kann und sie sich besonders ihrer politischen Verantwortung und Handlungsspielräume bewusst werden muss, wenn sie diskriminierungskritisch arbeiten will.

Dr. Tim Wihl stellte die rechtlichen Grundlagen klar: „Das Grundgesetz kennt keine politische Neutralität der Verwaltung. Es fordert parteipolitische und religiöse Neutralität. Vertreter*innen der Stadt sollen sich in ihrer Funktion nicht mit einer Partei oder Religion bzw. Weltanschauung identifizieren. Niemand darf aufgrund seiner Weltanschauung oder Parteizugehörigkeit diskriminiert werden. Der Staat muss keine Neutralität wahren, sondern das Grundgesetz vertreten.” Marta Gębala ergänzte aus organisationsentwicklerischer Sicht: „Unsere Organisationsentwicklungsprozesse sind nicht neutral [im Sinne von unparteiisch] – sie sind machtkritisch und positioniert.“

Eren Ünsal, Leiterin der LADS, betonte die menschenrechtliche Verpflichtung: „Wir sind verpflichtet, Menschenrechte zu verteidigen. Neutralität kann nicht bedeuten, Diskriminierung unwidersprochen zu lassen.“ Und Orkan Özdemir formulierte es praxisbezogen: „Neutralität wird oft missverstanden als Unsichtbarmachen von Gruppen. Aber Vielfalt sichtbar zu machen, ist unsere Aufgabe.“

Die Diskussion war lebendig und ehrlich. Und sie machte sichtbar, was während der gesamten Veranstaltung den ganzen Tag spürbar war: Es braucht Räume, in denen Widerspruch möglich ist. In denen politische und fachliche Perspektiven aufeinandertreffen und Verwaltung als gestaltende Kraft verstanden wird – nicht als neutrale Vollzugsinstanz.

Was bleibt

Die Veranstaltung endete nicht nur mit fertigen Antworten, sondern auch mit offenen Fragen sowie mit einem musikalischen Ausklang von Toshín, der als Ausdruck kollektiver Ermutigung wirkte: Haltung zu zeigen heißt manchmal auch, genau dann zu sprechen, wenn es unbequem ist.

Wir nehmen mit: Verwaltung kann und muss politisch sein, wenn sie in einer demokratischen Gesellschaft Verantwortung übernehmen will. Lernen ist dabei kein einmaliger Akt, sondern ein kontinuierlicher Prozess organisationaler Entwicklung, den wir gemeinsam gestalten können.

Die diskriminierungskritische Verwaltungspraxis braucht sowohl strukturelle Veränderungen als auch individuelle Lernprozesse. Entscheidend ist die Bereitschaft, sich auf Transformationsprozesse einzulassen und dabei sowohl fachliche als auch demokratische Haltung zu zeigen.

Diversity stärken, Strukturen verändern: Perspektiven zur Förderung diversitätsorientierter Prozesse im Bezirksamt Lichtenberg

„Wir merken es, dass wir für gewisse Zielgruppen überhaupt kein ansprechender Arbeitgeber sind. Also dass Menschen nicht auf die Idee kommen, sich in der Verwaltung zu bewerben” — Martin Schaefer (CDU), Bezirksbürgermeister Bezirksamt Lichtenberg

Mit diesen Worten beschreibt Martin Schaefer eine zentrale Herausforderung, die das Bezirksamt Berlin-Lichtenberg durch die Zusammenarbeit mit der Fachstelle DOKE angehen möchte: eine zeitgemäße und zukunftsorientierte Verwaltung zu gestalten.

Als Fachstelle DOKE beraten und unterstützen wir das Bezirksamt bei der Entwicklung seiner Diversity-Strategie. Dabei geht es nicht darum, einzelne Zielgruppen sichtbarer zu machen. Der Fokus liegt vielmehr darauf, die bestehenden Strukturen kritisch zu hinterfragen: Wo erschweren Arbeitsabläufe und Verwaltungsprozesse manchen Menschen den Zugang? Welche Rolle spielt die gewachsene Organisationskultur? Durch diese systematische Analyse können Barrieren erkannt und abgebaut werden.

Um diesen Wandel nachhaltig zu gestalten, setzt die Fachstelle DOKE auf einen bereichsübergreifenden Ansatz: Mitarbeitende aus verschiedenen Abteilungen des Bezirksamts bringen ihre unterschiedlichen Perspektiven und Erfahrungen ein. Mit diesem integrativen Ansatz wird sichergestellt, dass Diversität und Antidiskriminierung in allen Bereichen des Bezirksamts vertreten und verankert werden. So wird das Bezirksamt auch als Arbeitgeber attraktiver für eine vielfältige Gesellschaft.

Wie dieser Prozess konkret aussieht, zeigt unser exklusives Videointerview. Drei Schlüsselakteur*innen der Prozessgruppe geben persönliche Einblicke in die Zusammenarbeit mit der Fachstelle DOKE:

  • Martin Schaefer (CDU), Bürgermeister von Berlin-Lichtenberg
  • Hà Ngo Bich, Leitung der Grundsatzangelegenheiten Antidiskriminierung und Diversity
  • Fabian Nehring, Beauftragter für Partizipation und Integration

Sie teilen ihre Vision einer diskriminierungssensiblen, gerechten und diversen Verwaltung und berichten von den konkreten Schritten auf diesem Weg. Viel Spaß beim Anschauen!

Disclaimer: Wir haben zentrale Akteur*innen des Bezirksamts Lichtenberg interviewt, um Einblicke in ihre Ziele in der Zusammenarbeit mit der Fachstelle DOKE zu erhalten. Die Interviewten sind engagierte Mitglieder der Prozessgruppe und setzen sich aktiv dafür ein, das Thema Diversität und Chancengleichheit im Bezirksamt voranzutreiben. Die in den Interviews geäußerten Ansichten und Meinungen repräsentieren jedoch nicht zwangsläufig die Positionen der Fachstelle DOKE oder des BQN – Zentrum für Diversitätskompetenz. Martin Schaefer hat im Rahmen eines Videointerviews mit uns gesprochen, während Hà Ngo Bich und Fabian Nehring ihre Antworten schriftlich übermittelt haben.

Warum wir Schulen zu Diversität und Antidiskriminierung beraten – 10 gute Gründe

Schulen haben die Aufgabe, allen Schüler*innen ein diskriminierungsfreies und inklusives Lernumfeld zu bieten. Doch strukturelle Hürden, unbewusste Vorurteile und fehlende Konzepte erschweren dies oft.

BQN – Zentrum für Diversitätskompetenz führt im Rahmen des Projekts Berlin braucht dich! NEO seine langjährige Beratung für Schulen zu Diversität und Antidiskriminierung fort. Mit unserer umfassenden Expertise begleiten wir Schulen dabei, Diversität wertzuschätzen und Diskriminierung aktiv abzubauen.

Warum diese Beratung wichtig ist und wie wir Schulen konkret unterstützen – hier sind 10 gute Gründe.

  1. Damit junge Menschen mit Migrationsgeschichte und/oder Rassismuserfahrungen diskriminierungsfrei lernen und sich entwickeln können: Schüler*innen sollen ihre Energie auf das Lernen konzentrieren können, ohne durch Mikroaggressionen oder Diskriminierung belastet zu werden. Wir beraten Schulen, um Strukturen und Bildungsräume so zu gestalten, dass ein diskriminierungssensibel Lernumfeld entstehen kann.
  2. Damit strukturelle Barrieren abgebaut werden: Diskriminierung ist oft in den Strukturen und Abläufen der Schule eingebettet. Wir unterstützen Schulen dabei, ihre Abläufe, Regelwerke und Praktiken systematisch zu analysieren und diskriminierungskritisch zu gestalten.
  3. Damit Lernmaterialien und Berufsorientierungsformate diskriminierungskritisch sind: Wir überprüfen und entwickeln gemeinsam mit Schulen Unterrichtsmaterialien und Berufsorientierungsformate, die unterschiedliche Lebensrealitäten widerspiegeln und Stereotypen entgegenwirken.
  4. Damit Schüler*innen empowert werden: Wir unterstützen Schulen dabei, sichere Räume einzurichten, in denen Schüler*innen ihre Diskriminierungserfahrungen teilen können. Durch empowernde Ansätze stärken wir besonders Schüler*innen mit Rassismuserfahrungen in ihrem Bildungs- und Berufsweg.
  5. Damit Schule ein sicherer Ort für alle wird: Schule muss ein Ort sein, an dem sich jede*r sicher fühlt. Wir begleitenLehrkräfte und schulisches Personal dabei, ihre eigenen Privilegien und diskriminierungskritischen (In)Kompetenzen zu reflektieren, um eine professionelle und sichere Schulumgebung für alle zu schaffen.
  6. Damit gesetzliche Grundlagen umgesetzt werden: Schulen haben eine gesetzliche Verpflichtung, Diskriminierung zu verhindern und Chancengleichheit zu fördern. Unsere Beratung unterstützt bei der praktischen Umsetzung des Berliner Landesantidiskriminierungsgesetzes (LADG), des Schulgesetzes Berlin und dem Berliner Partizipationsgesetz.
  7. Damit Lehrkräfte und pädagogisches Personal handlungssicher im Umgang mit Diskriminierung werden: Viele Lehrkräfte möchten Diskriminierung abbauen, fühlen sich aber unsicher. Unsere praxisorientierte Beratung vermittelt konkrete Strategien, um diskriminierende Situationen zu adressieren und eine diskriminierungskritische Haltung und Praxis im Schulalltag zu entwickeln.
  8. Damit Schulleitungen und Schulstrukturen Verantwortung übernehmen: Antidiskriminierung muss tief in den Strukturen von Schulen verankert werden. Wir arbeiten mit Schulleitungen an verbindlichen Strukturen: von regelmäßigen Fortbildungen bis hin zu diskriminierungssensiblen Schulordnungen und der Etablierung von Ansprechpersonen für Antidiskriminierung.
  9. Damit schulische Beschwerdestrukturen gestärkt und genutzt werden: Diskriminierung muss ernst genommen werden. Wir unterstützen Schulen bei der Einrichtungtransparenter und niedrigschwelliger Beschwerdemechanismen, sodass betroffene Schüler*innen, Eltern und Lehrkräfte gehört und geschützt werden.
  10. Damit Eltern als starke Verbündete in der Antidiskriminierungsarbeit einbezogen werden: Eltern sind entscheidende Verbündete im Kampf gegen Diskriminierung. Wir beraten Schulen, wie sie Eltern, insbesondere von Schüler*innen mit Rassismuserfahrungen, aktiv in den Prozess einbeziehen, und sie bei Anliegen rund um Diskriminierung unterstützen können.

Wandel braucht Zeit

Die Implementierung von diskriminierungskritischen und diversitätsorientierten Ansätzen in Schulen erfordert Zeit und kontinuierliche Arbeit. Wir unterstützen Schulen dabei, diesen Wandel nachhaltig zu gestalten und auch Widerstände konstruktiv zu bearbeiten.

Gemeinsam für diskriminierungskritische Bildung – BQN berät und begleitet Schulen auf dem Weg zu mehr Diversität und Antidiskriminierung.

Interesse?

Sie haben Interesse an der Beratung zur diskriminierungkritischen Schulentwicklung?

  • Offene Sprechstunde: In unserer wöchentlichen Online-Sprechstunde stellen wir unser Beratungsangebot und mögliche Beratungsthemen vor und beantworten Ihre Fragen. Sie findet bis zum 27.03. donnerstags von 14:00 – 15:00 Uhr auf Zoom statt: https://us06web.zoom.us/j/88212955280
  • Anmeldung: Wir laden Sie ein, kurz zu beschreiben, was Sie motiviert, die Beratung zur diskriminierungskritischen Schulentwicklung in Anspruch zu nehmen, und was Sie gerne konkret in Ihrer Schule verändern und weiterentwickeln wollen. Kontaktwege: • Online über diesen Link: https://shorturl.at/90MGN • Als E-Mail an matthias.pfleger@bqn-berlin.de • Als SMS oder Sprachnachricht an +49 176 84961275
  • Ansprechperson: Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Matthias Pfleger (er/ihm): E-Mail: matthias.pfleger@bqn-berlin.de, Telefon: +49 176 84961275 (Signal oder Anruf)

Wir freuen uns darauf, gemeinsame mit Ihnen einen nachhaltigen Beitrag zur Veränderung in Bezug auf Diversity und Chancengerechtigkeit an Ihrer Schule zu leisten!

Über Berlin braucht dich! NEO

“Berlin braucht dich! NEO- Kompetenz-Netzwerk für empowernde und diskriminierungskritische Organisations- und Personalentwicklung“ ist seit 2006 im Bildungsbereich aktiv. Wir setzten uns besonders für (junge) Menschen mit Migrationsgeschichte und/oder Rassismuserfahrungen ein. Mit innovativen Methoden, fundiertem Praxiswissen und klarer antirassistischer Haltung arbeiten wir daran, bestehende Ungleichheiten abzubauen, so dass langfristig der Zugang zu Berufsorientierung, Ausbildung und Berufseinstieg und -aufstieg im Land Berlin strukturell verbessert und gefördert wird. Die Schulberatung ist ein zentraler Baustein dieser Arbeit.

Erster Runder Tisch: Dienstleistungen gemeinsam gerechter gestalten!

Zusammen mit den kooperierenden Migrant*innenselbstorganisationen im Projekt DiFair (Club Dialog e.V., Sources-d’Espoir e.V., Al-Huleh e.V., Kurdisches Zentrum e.V., Feministisches Zentrum für Migrant*innen e.V.), dienstleistenden Organisationen und der Verwaltung sind wir vor zwei Wochen im Projekt “DiFair – Gerechter Zugang zu Dienstleistungen für Drittstaatsangehörige”, in den Dialog gegangen.

Unser Thema? “Kritische Perspektiven auf Dienstleistungen in einer diversen Migrationsgesellschaft!”

Wir tauschten uns kritisch aus zu Konzepten rund um Migration und Anti-Diskriminierung, sowohl inhaltlich und auch, was sie für die Praxis in unseren Organisationen bedeuten. Auch lernten wir mehr über die Grundlagen des Migrationsrechts und die Herausforderungen, die Menschen mit Migrationserfahrung im Gesundheitswesen, in Bürger*innendiensten und in sozialen Diensten erleben. So entstand ein spannender Austausch rund um das Spannungsfeld Integration, interkulturelle Öffnung, Diskriminierungskritik, Sprache und Sprachgebrauch, sowie Chancen(un)gerechtigkeit und Teilhabe.

Diese Gespräche waren nicht nur ein Austausch von Ideen, sondern bildeten die Grundlage für künftige Zusammenarbeit und Veränderungen. Sie führten uns zu zentralen Fragen: In welche Richtung wollen wir zusammen gehen? Wie können wir Dienstleistungen und deren Zugang gerechter gestalten? Wie kann meine Organisation dazu beitragen?

→ Mit diesem ersten Runden Tisch haben wir einen wichtigen Schritt zur Aushandlung dieser Fragen gemacht. Der offene Austausch hat neue Perspektiven eröffnet und Impulse für die Zukunft gesetzt. Danke an alle für Eure Offenheit zum Dialog!

Wir freuen uns, bald wieder MSOs, dienstleistenden Organisationen und Verwaltung an einen Tisch zu bringen. Und dabei diese Fragen in den kommenden Veranstaltungen zu vertiefen und gemeinsam Veränderung zu gestalten.

Danke auch an das Baumhaus für die tollen Räumlichkeiten und den herzlichen Umgang!

Logoleiste

Neuer Look für die Fachstelle DOKE

Neues Logo, gleiche Expertise!

Die Fachstelle DOKE hat einen neuen Look verpasst bekommen! Mit schickem neuen Grünton und den gewohnten Kreiselementen erstrahlt die Fachstelle in neuem Licht, jetzt barrierefrei und perfekt integriert in die visuelle Identität der BQN-Familie.

Neu: Alle DOKE-Infos finden Sie zentral auf der BQN-Website! Übergangsweise noch auf fachstelle-doke.de, zukünftig unter: bqn-berlin.de/projekte/fachstelle-doke

Unser Auftrag bleibt unverändert: Als Expert*innen für diskriminierungskritische und diversitätsorientierte Organisationsentwicklung  unterstützt die Fachstelle DOKE auch weiterhin die Berliner Bezirks- und Senatsverwaltungen sowie deren nachgeordnete Behörden und nichtrechtsfähige Anstalten bei der Umsetzung ihrer Diversity-Vorhaben.

Danke an FLMH | Labor für Politik und Kommunikation für die tolle Begleitung beim Prozess und Eure Design-Expertise!