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Schlagwort: Dienstleistungen

Gemeinsam handeln für gerechte Dienstleistungen – Rückblick auf den 3. Runden Tisch im Projekt DiFair

“Alle Verwaltungen tragen beim Thema Migration Verantwortung! Migrationsrechtliche Grundlagen müssen für jede Dienstleistung operationalisiert werden.”

Von der Theorie zur Praxis: Bei den ersten beiden Runden Tischen haben wir über migrationsrechtliche Grundlagen und diskriminierungskritische Haltung gesprochen. Beim dritten stand nun solidarisches Handeln im Mittelpunkt. MSOs, Verwaltungen und dienstleistende Organisationen haben gemeinsam daran gearbeitet, wie das konkret aussehen kann – vor allem dort, wo Drittstaatsangehörige noch immer auf strukturelle Zugangsbarrieren treffen.

Schnell wurde deutlich: Egal ob im Bereich Jugend & Familie, Gesundheit oder Bildung – tagtäglich bleibt Menschen mit Migrationserfahrung der Zugang zu wichtigen Dienstleistungen verwehrt. Nicht weil sie keinen Anspruch haben, sondern weil Informationen fehlen, Verfahren unklar sind oder Zuständigkeiten nicht geklärt werden.

Diese Hindernisse sind kein Zufall. Sie entstehen dort, wo Migration noch nicht als echtes Querschnittsthema in der Verwaltung verstanden und gelebt wird. Wenn Zuständigkeiten in einzelnen Ressorts bleiben, bleibt Solidarität Theorie.

Wie lässt sich das ändern? Es braucht Formate, in denen Bedarfe systematisch zurückgemeldet werden können und in denen Verwaltung und Communities gemeinsam an einem Tisch sitzen. Dafür braucht es ein Miteinander, das Verantwortung teilt – und klare Strukturen schafft, die Veränderungen nicht dem Zufall oder der Freiwilligkeit überlassen. Denn: Verwaltung ist kein Selbstzweck, sondern arbeitet für alle Berliner*innen.

Besonders wichtig bei diesem Austausch war die Frage nach Beteiligung: Wie können Drittstaatsangehörige selbst aktiv einbezogen werden? Solidarische Praxis heißt, Betroffene nicht nur mitzudenken, sondern sie aktiv einzubeziehen. Keine Entscheidungen über Drittstaatsangehörige ohne Drittstaatsangehörige! Dazu braucht es verlässliche Ressourcen, echte Kooperationsräume und eine Verwaltung, die bereit ist, sich mit der Realität der Menschen auseinanderzusetzen und ihre Anliegen ernst zu nehmen.

Der Austausch hat gezeigt:

  • Migration muss als Querschnittsthema in allen Verwaltungen verankert werden.
  • Solidarische Praxis entsteht, wenn Entscheidungsprozesse gemeinsam gestaltet werden.
  • Gute Zusammenarbeit gelingt nur, wenn alle Akteur*innen ihre Handlungsspielräume nutzen.
  • Manche Veränderungen brauchen verbindliche Strukturen sowie finanzielle und personelle Ressourcen – nicht nur guten Willen.

Ein herzliches Dankeschön an alle Teilnehmenden für Eure Expertise, Klarheit und Beharrlichkeit.

Lasst uns weiter gemeinsam daran arbeiten, dass solidarisches Handeln in Berlin Realität wird!

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Solidarische Perspektiven auf Dienstleistungen – Rückblick auf den 2. Runden Tisch im Projekt DiFair

Am 8. April kamen Migrant*innenselbstorganisationen und dienstleistende Organisationen bei strahlendem Sonnenschein erneut in den Dialog. Der Fokus? “Solidarische Perspektiven auf chancengerechte Dienstleistungen in einer diversen Migrationsgesellschaft.”

Nachdem wir uns beim 1. Runden Tisch im Oktober mit Konzepten rund um Migration und Antidiskriminierung beschäftigt haben, stand diesmal die konkrete Praxis im Mittelpunkt: Wie können wir lokale soziale und zivilgesellschaftliche Infrastrukturen stärken und besser vernetzen, um Zugangshürden zu Unterstützung und Teilhabe von Menschen mit Rassismus- und Diskriminierungserfahrungen (insbesondere von sog. Drittstaatsangehörige) weiter abzubauen?

Wir sprachen darüber, welche Chancen und Herausforderungen es in verschiedenen Bezirken gibt, wie sich rechtspopulistische Diskurse auf das Sicherheits- und Vertrauensgefühl für Menschen mit Rassismus- und/oder Diskriminierungserfahrung auswirken, und wie dienstleistende Organisationen und MSOs gemeinsam solidarisch zusammenarbeiten können.

Der Austausch hat deutlich gezeigt:

  • Wir müssen Verbundenheit zeigen, wo Organisationen politisch unter Druck geraten.
  • Empowerment beginnt bei uns selbst – sehr oft sind Berater*innen gleichzeitig auch Betroffene.
  • Organisationen müssen ihre politische Haltung sichtbar machen – intern und extern.
  • Es braucht lebendige Plattformen, auf denen wir gemeinsam Ideen entwickeln können.
  • Wir müssen gemeinsam eine solidarische Praxis entwickeln – Kooperation statt Konkurrenz. Ressourcen und Privilegien müssen geteilt werden.

Ein herzliches Dankeschön an alle, die dabei waren, für Eure aktive Teilnahme und an das bUm – Raum für solidarisches Miteinander für die Räumlichkeiten! Lasst uns weiter gemeinsam starke Bündnisse bauen!

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