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Neuigkeit
26. März 2026

Der Projektbeirat von DiAnker

Resonanzraum, Expertise und sozialpartnerschaftliche Perspektiven

Wie können Weiterbildungsstrukturen in Unternehmen so gestaltet werden, dass alle Beschäftigten gleiche Chancen auf Qualifizierung und Entwicklung haben? 

Diese Frage steht im Zentrum des Projekts DiAnker – Diversität und Antidiskriminierung in Weiterbildung verankern. 

Um die Perspektiven unterschiedlicher Akteur*innen zusammenzuführen, begleitet ein Projektbeirat die Umsetzung von DiAnker über die gesamte Projektlaufzeit. 

Der Beirat bringt Vertreter*innen aus Gewerkschaften, Arbeitgeber*innenverbänden, Wissenschaft und ministerieller und zivilgesellschaftlicher Antidiskriminierungspraxis zusammen. Gemeinsam reflektieren sie Projektergebnisse, geben Feedback zu Instrumenten und Maßnahmen und unterstützen den Transfer der Erkenntnisse in verschiedene Branchen und Netzwerke. 

Damit wird der Beirat zu einem wichtigen Resonanzraum für Erfahrungen aus der Praxis, wissenschaftliche Expertise und sozialpartnerschaftliche Perspektiven. 

Ein erweiterter, sozialpartnerschaftlicher Ansatz 

Der Projektbeirat steht exemplarisch für einen erweiterten Ansatz von Sozialpartnerschaft, den DiAnker vertritt. Zentrale Akteur*innen aus unterschiedlichen Bereichen sind nicht nur Zielgruppen des Projekts – sie wirken aktiv an seiner Weiterentwicklung mit. 

Die Mitglieder bringen Erfahrungen aus unterschiedlichen Arbeitskontexten ein: aus der betrieblichen Interessenvertretung, aus Unternehmensperspektiven, aus der diskriminierungskritischen Beratung , Sicherstellung von Antidiskriminierung und Diversität für Bundesverwaltungen sowie aus Forschung und Weiterbildungspraxis. 

So entsteht ein gemeinsamer Blick darauf, wie strukturelle Barrieren in der Weiterbildung erkannt und abgebaut werden können. 

Der Gewerkschafter Romin Khan betont etwa die Bedeutung dieser Perspektive: „Als Arbeitnehmervertreter*innen haben wir einen geschärften Blick für Ungleichheit und strukturelle Barrieren im Betrieb. Denn auch bei der betrieblichen Weiterbildung reproduzieren sich diese Aspekte. Daher ist es für uns wichtig, im Rahmen von DiAnker gute Beispiele und Erfahrungen zu sammeln, wie die Beschäftigten in den Fokus genommen werden können, die bei betrieblichen Weiterbildungsmaßnahmen häufig übersehen werden“,  so der Referatsleiter für Migrationspolitik beim ver.di-Bundesvorstand. 

Auch Dr. Fessum Ghirmazion, Leiter des Ressorts Migration beim Vorstand der IG Metall, hebt hervor, wie wichtig die gewerkschaftliche Perspektive im Beirat ist: „Die gewerkschaftliche Perspektive ist im Projektbeirat wichtig, weil wir die konkreten Erfahrungen und Herausforderungen der Beschäftigten mit Einwanderungsgeschichte aus den Betrieben kennen und dafür sorgen, dass Maßnahmen praxisnah und wirksam gestaltet werden.“ 

Perspektiven aus Unternehmen und Verbänden 

Neben Gewerkschaften sind auch Arbeitgeber*innenverbände Teil des Beirats. Sie bringen Einblicke in betriebliche Realitäten und unterstützen den Transfer der Projektergebnisse in ihre Netzwerke. 

Dr. Anke Stier, Geschäftsführerin des Kommunalen Arbeitgeberverbandes Berlin, beschreibt diese Rolle so: „Die Vertretung von Arbeitgeber*innenverbänden im Projektbeirat von DiAnker ist wichtig, um die Perspektiven der Arbeitgeber*innenseite einbringen und so zu einer zeit- und praxisnahen Umsetzung des Projektes beitragen zu können.“ 

Zugleich sieht sie den Beirat als Plattform für Austausch und Multiplikation: 

„Über unser Netzwerk möchten wir das Projekt ergänzend einer breiten Öffentlichkeit vorstellen und damit maßgeblich im Sinne eines Multiplikators zu einer Verbreitung und nachhaltigen Umsetzung des Projektes beitragen.“ 

Wissenschaftliche und zivilgesellschaftliche Expertise 

Auch wissenschaftliche und zivilgesellschaftliche Erfahrungen fließen in den Beirat ein. 

Die Bildungswissenschaftlerin Jennifer Danquah betont die Bedeutung dieser Verbindung: „Transdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis ist zentral: Sie macht Praxiswissen und Forschung wechselseitig anschlussfähig, stärkt evidenzbasierte Maßnahmen und fördert Wirksamkeit.“ 

Eva Andrades, Geschäftsführerin des Antidiskriminierungsverband Deutschland (advd), aus der Antidiskriminierungsberatung der Mitgliedsorganisationen auf die Bedeutung des Arbeitskontexts. Dort wenden sich Menschen mit konkreten Diskriminierungserfahrungen an Beratungsstellen: „Die meisten Anfragen betreffen den Arbeitskontext, in dem Arbeitgeber*innen verpflichtet sind, Beschäftigte vor Diskriminierung zu schützen und auch gleichberechtigten Zugang zu Weiterbildung zu ermöglichen.“ 

Gerade weil Weiterbildung Karrierewege prägt, sei es entscheidend, 

„Diskriminierungsrisiken systematisch zu analysieren und wirksame Ansätze zum Abbau von Barrieren sowie zur Förderung von Chancengleichheit zu entwickeln.“ 

Die Mitglieder des Projektbeirats 

Aktuell sind Vertreter*innen aus Gewerkschaften, Arbeitgeber*innenverbänden, Wissenschaft und Antidiskriminierungspraxis Teil des Projektbeirats von DiAnker. Dazu gehören: 

Eva Andrades, Geschäftsführerin des Antidiskriminierungsverbands Deutschland (advd) 
Jennifer Danquah, Bildungswissenschaftlerin und diskriminierungskritische Trainerin
Cerin Gerig, Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), Referatsleiterin (Referat AS 3); Vertretung: Leon Widdrat, Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), Referat IntB 3
Dr. Fessum Ghirmazion, Leiter des Ressorts Migration im Vorstand der IG Metall
Romin Khan, Referatsleiter für Migrationspolitik beim ver.di-Bundesvorstand
Dr. Marcel Klinge, Vorstandsvorsitzender der Denkfabrik „Zukunft der Gastwelt“ (DZG)
Dr. Anke Stier, Geschäftsführerin des Kommunalen Arbeitgeberverbands Berlin (KAV Berlin) 

Wie der Beirat arbeitet 

Der Projektbeirat trifft sich regelmäßig während der Projektlaufzeit und begleitet die wichtigsten Projektphasen. 

In den Sitzungen werden: 

  • Ergebnisse aus den beteiligten Unternehmen reflektiert 
  • Instrumente zur Analyse von Weiterbildungsstrukturen diskutiert 
  • Feedback zu neuen Weiterbildungsformaten gegeben 
  • aktuelle Trends aus den eigenen Bereichen in Verbindung mit Antidiskriminierung und Diversität in der Arbeitswelt eingebracht 
  • Impulse für Transfer und nachhaltige Verankerung entwickelt 

Die Perspektiven des Beirats fließen direkt in die Weiterentwicklung der Projektmaßnahmen ein. 

Warum der Projektbeirat zentral für DiAnker ist 

Der Beirat unterstützt dabei, dass die Ergebnisse des Projekts über die Projektlaufzeit hinaus wirken und Anschluss finden: 

  • in Unternehmen 
  • in Branchenstrukturen 
  • in Netzwerken der Sozialpartner*innen 
  • und in fachpolitischen Debatten. 

Damit trägt er dazu bei, dass aus einzelnen Projekterfahrungen dauerhafte Veränderungen in Weiterbildungsstrukturen entstehen können.